Einfaches oder qualifiziertes Praktikumszeugnis?
Ein Praktikumszeugnis muss immer Leistung und Verhalten des Praktikanten bewerten. Falsch! Ein einfaches Praktikumszeugnis ist vom Umfang her wesentlich knapper gehalten und spart eine Benotung der gezeigten Leistungen aus. Lediglich die Anschrift des Praktikumsbetriebs, persönliche Daten des Zeugnisempfängers sowie der Zeitraum des Praktikums und Einsatz- und Aufgabenbereiche sind Gegenstand des einfachen Praktikumszeugnisses. Insbesondere Schnupperpraktika werden auf diese Weise dokumentiert. Studenten, die per Studienordnung zu diesen Vorleistungen für ihren Abschluss verpflichtet sind, verzichten in den meisten Fällen auf ein ausführliches Praktikumszeugnis. Häufig zu Unrecht. Dokumentiert das qualifizierte Zeugnis doch die gezeigten Leistungen.
Allerdings muss niemand fürchten, ein qualifiziertes Praktikumszeugnis zu erhalten, sobald er zusätzliche Erfahrung in der Praxis sammeln will. Ein ausführliches Zeugnis wird häufig nur auf Verlangen des Praktikanten ausgestellt. In einem solchen Fall wächst der Umfang exponentiell, da im qualifizierten Praktikumszeugnis wesentlich mehr Angaben zu Leistungen, Verhalten und Arbeitsweise des Praktikanten stecken. Bleibt noch die Frage, ob man auf dieser Ausführlichkeit bestehen sollte? Oder doch besser zum einfachen Praktikumszeugnis greift.
Wer sich seiner vollkommen sicher ist und zur Zufriedenheit aller die übertragenen Aufgaben erledigt hat, kann sich ohne Bedenken für das qualifizierte Zeugnis entscheiden. Eine weitere Entscheidungshilfe ist die Frage, ob ein Nachweis über das Praktikum ausreicht oder es auch auf dessen Bewertung ankommt. Damit erhält der zukünftige Arbeitgeber einen ersten unabhängigen Eindruck von seinem Bewerber. Etwas anders verhält sich die Situation, wenn es im Rahmen des Praktikums zu Spannungen zwischen Mitarbeitern oder gar Vorgesetzten kam.
Zwar darf das Praktikumszeugnis keine unmittelbaren negativen Aussagen enthalten und zum Hemmnis werden. Zwischen den Zeilen versteckt sich aber mitunter der berühmte Personaler-Geheimcode. Ein Tipp: Überall dort, wo im qualifizierten Praktikumszeugnis Tätigkeiten stets zur vollsten Zufriedenheit erledigt wurden, kann man von einem äußerst positiven Eindruck ausgehen.