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Der Praktikumsbericht – Vorlage, Beispiel und Muster

Praktika sind mittlerweile Bestandteile eines jeden Berufszweiges. Schon an der Oberschule werden oftmals die ersten Praktika absolviert, aber auch im Studium und bei einer Berufsneuorientierung lassen sich durch ein Praktikum die eigenen Fähigkeiten testen, Abneigungen herauskristallisieren und in der Theorie gelerntes Wissen anwenden. Zu jedem dieser Praktika gehört jedoch nicht nur die bloße Anwesenheit, sondern auch ein Praktikumsbericht. Warum er so wichtig ist und welche Kriterien beim Verfassen eines Praktikumsberichts eine Rolle spielen, darum soll es jetzt gehen.


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Was ist der Sinn eines Praktikumsberichts?

Alle Institutionen, die ein Praktikum anordnen, wozu in erster Linie Schulen und Universitäten sowie Hochschulen gehören, verlangen von ihren Praktikanten einen entsprechenden Bericht über das Praktikum: Den Praktikumsbericht. Dieser wird durchgesehen und abschließend in Form einer Note bewertet. Allerdings sollte die Tatsache, dass der Bericht benotet wird, nicht allein ausschlaggebend dafür sein, einen solchen überhaupt zu schreiben, denn auch wer sich nicht in der Pflicht sieht, einen verfassen zu müssen, wird die Vorzüge eines solchen Berichts nicht in Abrede stellen können.

Während eine Praktikums erhalten Praktikanten und Praktikantinnen genaue Einblicke in Unternehmen und deren Abteilungen. Sie bringen in Erfahrung, wie bestimmte Prozesse ablaufen, wie Planungen stattfinden und können mit der Zeit auch herausfinden, ob ihnen der angestrebte Beruf zusagt oder nicht. Sie können ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Beweis stellen und manchmal auch direkt feststellen, was ihnen gar nicht zusagt. Kurzum: Auf Praktikanten strömen viele Eindrücke auf einmal ein. Ein Praktikumsbericht bringt den Vorteil mit sich, dass diese zahlreichen Eindrücke zu Papier gebracht werden können. Grundsätzlich ist ein Praktikumsbericht nämlich nichts anderes als eine persönliche Reflexion der Eindrücke, die das Praktikum mit sich gebracht hat. Doch warum persönlich, wenn es doch in manchen Fällen benotet wird?

Praktikum

Praktikum ©iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz


Persönliche Eindrücke für die Zukunft festhalten

Im Wesentlichen soll sich ein Praktikumsbericht um die persönlichen Erkenntnisse drehen, die sich während des Praktikums aufgetan haben. Die Frage, was die Lehrer- und Dozentenschaft davon am Ende hält, spielt für diesen Bericht eher eine untergeordnete Rolle. Die Problematik der Offenheit in einem Praktikumsbericht ob der Benotung ist jedoch zweitrangig, wenn ein Bericht ohnehin nicht explizit angeordnet wurde. Doch ob der Praktikumsbericht nun am Ende von Außenstehenden beurteilt wird oder nicht: Erfahrungen sollten – im Rahmen sachlicher Schilderungen – deshalb nicht beschönigt oder unnötig dramatisiert werden. In erster Linie sind sie nämlich für die Praktikanten selbst von Bedeutung, die insbesondere dann, wenn mehrere Berufswege zur Debatte stehen, auswertend auf ihre Berichte zurückgreifen können.

Gibt es die perfekte Version eines Praktikumsberichts?

Genau aus diesem Grund gibt es auch nicht „den einen“ Praktikumsbericht, quasi eine Vorlage, die immer zu hundert Prozent dem entspricht, was ein Außenstehender lesen möchte und für den am Ende die Bestnote rausspringt. Vorwiegend Schülern und Studenten wird dabei die Möglichkeit eingeräumt, ihren Praktikumsbericht in Form eines Videotagebuches zu gestalten, eine Powerpoint-Präsentation zu entwerfen und ihren Bericht mit Bildern zu visualisieren. Der klassische Weg ist jedoch der rein schriftliche. Innerhalb dieser Schriftlichkeit haben Praktikanten die Möglichkeit, sich frei zu entfalten, Erlebtes zu schildern und schlussendlich zu bewerten, doch gelten im Rahmen eines schriftlichen Praktikumsberichts auch bestimmte Regeln, die es einzuhalten gilt und die sich auch zur eigenen Orientierung und Strukturiertheit nicht als Nachteil erweisen werden.

Formale Kriterien eines Praktikumsberichts

Nicht alle Lehrer und Professoren fordern eine Einheitlichkeit bei Praktikumsberichten, aber die meisten und auch für den Praktikanten selbst kann sich Einheitlichkeit als großer Vorteil herauskristallisieren. Deshalb gelten für den Praktikumsbericht bestimmte Formalia, die befolgt werden sollten.

Seiten einrichten

Gibt es keine formalen Vorgaben für einen Praktikumsbericht, empfiehlt es sich, sich selbst die Frage zu stellen, wie ein Bericht aussehen sollte, den man selbst gerne wieder in die Hand nehmen und lesen wollen würde. Dabei fallen bereits die ersten offensichtlichen Kriterien ins Auge: Die Schriftgröße sollte nicht zu klein sein, der Abstand zwischen den Zeilen darf ruhig etwas größer sein und bei 1,5 liegen und der Rand zur rechten Seite für etwaige Notizen mit 3 cm etwas breiter. Die meisten Korrekturleser/innen schreiben im Übrigen, wie auch bei Hausarbeiten der Fall, eine Schriftart mit Serifen vor, das heißt als Standardschriftart zum Beispiel Times New Roman. Das alles sind Einstellungen in einem Dokument, die vor dem eigentlichen Losschreiben erledigt sein sollten, um am Ende des Praktikumsberichts nicht feststellen zu müssen, dass man die maximale Seitenzahl aufgrund nicht voreingestellter Seitenränder und Zeilenabstände überstrapaziert hat. Voreinstellungen ersparen also jede Menge Zeit für eine Überarbeitung. Doch wie sieht es überhaupt mit der Länge eines Praktikumsbericht aus und wie steht es um die Gliederung?

Länge und Struktur

Bezüglich der Länge eines Praktikumsberichtes gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die vorrangig davon abhängen, für wen oder was der Bericht erstellt werden soll. Pendeln sich Praktikumsberichte, die an einer Oberschule verfasst werden, bei zwischen 5 und 10 Seiten ein, müssen Bachelor-Studierende 20 Seiten und mehr verfassen. Werden keine Vorgaben hinsichtlich der Seitenzahl gemacht und sind sie auch in keinem Leitfaden auffindbar, sollte dringend Rücksprache mit dem Mentor erfolgen, um hinterher keine bösen Überraschungen zu erleben. Ist kein Praktikumsbericht gefragt, steht die Anzahl der Seiten selbsterklärend dem bzw. der Schreibenden zur freien Gestaltung offen – Zumindest eine freie Gestaltung innerhalb gegebener Strukturen.

Länge und Struktur werden häufig in einem Atemzug genannt, weil es niemanden etwas bringt – am allerwenigsten den Praktikanten selbst -, wenn die Einleitung des Berichts bereits 5 von 10 Seiten einnimmt. Dementsprechend wichtig ist es, seine Gedanken und Eindrücke zu ordnen, um ein angemessenes Verhältnis der einzelnen Textpassagen zueinander zu wahren.

Das Deckblatt

Nach der Seiteneinstellung ist der erste Schritt zum Erstellen eines Praktikumsberichtes ein aussagekräftiges Deckblatt – Niemand sollte bei einem solchen Bericht mit der Tür ins Haus fallen. Auf das Deckblatt gehört in jedem Fall eine Überschrift, die über „Praktikumsbericht“ hinausgehen sollte. So kann ein Praktikumsbericht im Rahmen eines Lehramtstudiums zum Beispiel mit der Fragestellung, die der Bericht beantworten soll, einhergehen. „Praktikumsbericht: Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Einstiegsmethoden der Lehrkraft auf die mündliche Mitarbeit der Schüler/innen?“ könnte eine mögliche Überschrift sein. Stellt sich dem Bericht keine Frage, kann auch der Ort in der Überschrift Einzug halten: „Praktikumsbericht: Praktikum bei der Firma Mustermann AG in Musterstadt vom xx.xx.xxxx bis xx.xx.xxxx“. Des Weiteren dazu gehört der Name und die Anschrift des Praktikanten oder der Praktikantin, bei Studierenden außerdem die Matrikelnummer und der Studiengang. Wird der Praktikumsbericht an einer Schule oder Universität abgegeben, verschönert das Logo der Institution das Deckblatt.

Natürlich ist ein Deckblatt nicht alles. Ein Praktikumsbericht folgt im weitesten Sinne den äußerlichen Merkmalen einer Hausarbeit, das heißt er erfordert nebst dem Deckblatt eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss in Form eines Fazits bzw. einer eingehenden Selbstreflexion. Innerhalb dieses gesteckten Rahmens ist der Praktikant oder die Praktikantin relativ frei, jedoch müssen, wenn zitiert wird, die wissenschaftlichen Regeln des Zitierens eingehalten werden. Im Konkreten heißt das: Wird Literatur dem Wortlaut oder dem Sinn nach übernommen, muss im Praktikumsbericht die entsprechende Stelle mit einer Fußnote versehen und in dieser kenntlich gemacht werden, woher das Gedankengut stammt. Unterlässt es der Schreiber oder die Schreiberin, dem Lesenden diese Information zu geben, bedeutet das an der Universität einen Plagiatsversuch und kann in besonders gravierenden Fällen den Grund für eine Exmatrikulation liefern. Da es allerdings in einem Praktikumsbericht ohnehin vorrangig um die eigenen Eindrücke gehen soll, ist eine Zitation im Bericht nicht zwingend erforderlich, im Gegenteil. Ein Praktikumsbericht kommt auch gänzlich ohne Zitationen aus.

Notizen machen, aber sensible Informationen zurückhalten

Notizen während des Praktikums sind sinnvoll, denn sie erleichtern das spätere Verfassen des Praktikumsberichts. Nichtsdestotrotz sollten sensible Informationen über ein Unternehmen nicht in einem Bericht schriftlich festgehalten werden. Geht es beispielsweise um ein Rezept eines Konditors oder um die Bilanzkennziffern der letzten Jahre, so gehören diese nicht in den Praktikumsbericht. Doch was gehört dann in den Praktikumsbericht?

Der inhaltliche Aufbau

Der Inhalt eines Praktikumsberichtes – der naturgemäß immer im Präteritum verfasst wird – gliedert sich in die bereits genannten drei Punkte Einleitung, Hauptteil und Schluss, wobei die Einleitung den Praktikumsverlauf mit allgemeinen Informationen zum Unternehmen meint; Hauptteil die Bewertung der praktischen Erfahrungen und Schluss die Relevanz des Praktikums. Was das alles im Konkreten meint, dazu jetzt.

Die Beschreibung des Praktikumsverlaufs

Der Praktikumsverlauf umfasst zunächst die ganz groben Informationen, die dem Leser einen Einstieg in den Bericht ermöglichen. Anders als es die Bezeichnung womöglich vermuten lässt, steht hier noch nicht, was im einzelnen an welchem Tag passiert ist oder bearbeitet wurde. Vielmehr sollten an dieser Stelle folgende Fragen beantwortet werden:

– Wie heißt das Unternehmen, in dem ich mein Praktikum absolviere?
– Wie bin ich zu diesem Praktikum gekommen? (Bewerbungsverfahren? Persönliche Kontakte?)
– Wie lange arbeite ich dort? (Praktikumszeitraum)
– In welchen Bereichen arbeite ich?
– Was werden meine Aufgabengebiete sein?
– Arbeite ich allein oder im Team?
– Welche Erwartungen habe ich an das Praktikum?

Dem anschließen sollte sich eine ausführliche Beschreibung des Unternehmens, in dem das Praktikum stattfindet – das Unternehmensportrait. Dabei kann allerhand Aspekten eine gewichtige Rolle beikommen. So kann es interessant sein, wann das Unternehmen gegründet wurde – vielleicht mitten im Großen Krieg? Auch die Lage darf gerne eingehender beschrieben werden, wenn beispielsweise Kooperationen zu anderen Einrichtungen derart bestehen. Von Belangen sein können außerdem die Ziele des Unternehmens sowie die Herausforderungen, denen es sich stellen muss. Welche Zielgruppen spricht es an, wie geht es an zum Beispiel Umstrukturierungen heran oder wie plant es neue Filialen in der Umgebung? Arbeiten in dem Unternehmen womöglich Angestellte und Arbeiter, die einen ähnlichen Berufsweg absolviert haben wie man selbst?

Die Beschreibung des Unternehmens sollte unabhängig von der Gesamtlänge des Berichts zwischen einer halben und einer ganzen DIN A4-Seite lang sein. Den Praktikanten und Praktikantinnen ist es erlaubt, Zahlen, sofern sie nicht vertraulich sind, in Tabellen und Stichpunkten festzuhalten.

Der Hauptteil: Bewertung der praktischen Erfahrungen

Für den Hauptteil sind nun die bereits erwähnten Notizen sehr hilfreich, denn nicht jeder Mensch kann sich wirklich alles bis ins kleinste Detail merken. Notizen können sich an dieser Stelle als sehr hilfreich erweisen, denn der Hauptteil soll Aufschluss darüber geben, wie das Praktikum detailliert ablief. Das heißt, dass die folgenden Fragen im Hauptteil beantwortet sein sollten:

– Was war meine Hauptaufgabe?
– Wie habe ich diese Aufgabe bewältigt? Mit welcher Methode?
– Fiel mir die Aufgabenbewältigung leicht und wenn nein, was genau fiel mir schwer?
– Habe ich Einblicke in die für mich relevanten Abteilungen erhalten?
– Wenn ja, was ist mir dabei aufgefallen?
– Welche Momente oder Aufgaben haben mich am meisten beeindruckt und warum?

Sind diese Fragen beantwortet, kann es in den Schluss, die Reflexion übergehen.

Reflexionsbericht

Im letzten Teil des Praktikumsberichtes unterscheidet sich ebendieser am meisten von einer Hausarbeit, denn hier gilt es nicht, das im Hauptteil geschilderte argumentativ zu untermauern und ein wissenschaftlich begründetes Fazit zu ziehen. Vielmehr geht es im Schluss darum, anhand des Hauptteils auszuwerten, welche Relevanz das Praktikum für die eigene berufliche Laufbahn hatte. Hat das Praktikum meine Fragen beantwortet? Konnte ich den Aufgaben gerecht werden? Wie weit liegen Theorie und Praxis auseinander? War das Praktikum für meinen persönlichen Werdegang nützlich? All diese Fragen sollten im Schlussteil eines Praktikumsberichtes beantwortet werden.

Übrigens: Es bewährt sich, den Reflexionsbericht nicht unmittelbar nach dem Verfassen des Hauptteils zu formulieren. Es schadet nicht, die Arbeit ein oder zwei Tage ruhen zu lassen und dann erst die Reflexion zu schreiben. So gewinnt der Praktikant oder die Praktikantin ausreichend Abstand zum Geschehenen und kann in der Regel besser beurteilen, wie wertvoll das Praktikum letzten Endes war.

Schlussendlich sollte der gesamte Praktikumsbericht noch einmal vor der Abgabe von einer außenstehenden Person gegengelesen werden, um etwaige logische oder rechtschreibliche Fehler ausfindig zu machen.

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