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Die Inhalte eines Praktikumsberichts

In der Schule findet ein Praktikum meistens zwischen dem 8. und dem 10. Schuljahr statt und soll einen ersten Eindruck von der Arbeitswelt und einem bestimmten Berufsfeld vermitteln. Am Ende verlangt die Schule einen Praktikumsbericht. Dabei handelt es sich nicht einfach um ein Niederschreiben der Erlebnisse, sondern es müssen eine bestimmte Form sowie Inhalt und Gliederung eingehalten werden.


Die Gestaltung des Deckblatts

Damit jeder sofort weiß, um was es geht, gehört der Titel “Praktikumsbericht” auf das Deckblatt. Unverzichtbar sind auch die Daten zur eigenen Person, der Schule und natürlich dem Ort, an dem das Praktikum absolviert wurde. Unter den Titel kommen der Name, die vollständige Adresse sowie Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Mit etwas Abstand werden dann Name und Adresse der Schule geschrieben, nach einem weiteren Absatz folgen die Angaben zur betreuenden Lehrkraft. Darunter wird der Zeitraum gelistet, in dem das Praktikum absolviert wurde und danach die Angaben zum Betrieb. Der letzte Absatz ist den Angaben zu der Person gewidmet, die im Betrieb das Praktikum betreut hat. Wer auf diese Weise vorgeht, hat sein komplettes Deckblatt schnell gefüllt, da zwischen den einzelnen Angaben immer mit Absätzen gearbeitet wird. Daneben gibt es natürlich noch weitere Möglichkeiten, das Titelblatt optisch ansprechender zu gestalten. Zum Beispiel, indem unter der Überschrift in kleinerer Schriftgröße Art der Tätigkeit und Praktikumszeitraum gelistet werden. Am rechten unteren Rand des Titelbildes ist dann Platz für Angaben zur Person, zur Schule und zur betreuenden Lehrkraft. Links unten finden sich Anschrift des Betriebs und dem Betreuer des Praktikums. Wenn ein derartiges Design gewählt wird, bleibt noch genug Platz, das Logo des Unternehmens, ein Bild des Gebäudes oder auch ein gelungener Schnappschuss vom Arbeitsalltag. Auf diese Weise kommt ein ansprechender, farbiger Akzent auf das ansonsten doch sehr trockene Datenblatt. Für den gesamten Bericht sollte eine gut leserliche Schriftart wie Arial, Cambria, Times New Roman oder Verdana gewählt werden.

Praktikantin

Praktikantin ©iStockphoto/gzorgz

Das Inhaltsverzeichnis

Zu jedem Praktikumsbericht gehört ein Inhaltsverzeichnis. Das folgt direkt auf das Deckblatt. Die Gliederung muss einheitlich sein, es wird mit Zahlen durchnummeriert. Hat ein Punkt, wie zum Beispiel die Tagesberichte, mehrere Rubriken, werden diese durch Unterkapitel gekennzeichnet. Sind die Tagesberichte Punkt 8, ist der erste Tag 8.1, der zweite Tag 8.2 und so fort. Zu jedem Kapitel und Unterkapitel müssen im Inhaltsverzeichnis die korrekten Seitenzahlen angegeben werden. Das Deckblatt und das Inhaltsverzeichnis erhalten keine Seitenangaben. Die meisten Computer haben ein integriertes Schreibprogramm, das automatisch ein Inhaltsverzeichnis anlegt und die Seiten durchnummeriert. Das hat den Vorteil, dass bei Änderungen, Korrekturen und Ergänzungen, die während der Arbeit am Praktikumsbericht erfolgen, die Seitenzahlen automatisch aktualisiert und die Überschriften angepasst werden. Ein derart eingerichtetes Manuskript kann auch leichter exportiert werden, etwa, um die Datei in ein PDF-Dokument umzuwandeln. Auch der Lehrer, der den Bericht später liest, wird sich darüber freuen. Denn im PDF-Format kann im Inhaltsverzeichnis auf ein Kapitel geklickt werden und das Programm springt sofort zur gewünschten Seite. Das spart nicht nur Zeit, sondern zeigt auch, dass man fit im Umgang mit dem Rechner ist. Muss der Praktikumsbericht nicht als Datei, sondern nur gedruckt abgegeben werden, ist ein Export nach PDF allerdings nicht notwendig.

Der Umfang eines Praktikumsberichts

Oft gibt die betreuende Lehrkraft nicht nur die Gliederung des Berichtes vor, sondern auch die Anzahl der Seiten, die er mindestens umfassen sollte. Der Umfang richtet sich natürlich auch nach der Dauer, so wird ein dreitägiges Praktikum kürzer abgehandelt als eines, das in zwei Wochen absolviert wurde. Als Faustregel gelten für die Mittelstufe ein Umfang von acht bis zwölf Seiten, in der Oberstufe 15 bis 20 Seiten und im Rahmen der universitären Ausbildung beträgt das Minimum 25 Seiten.


Die Einleitung

Der Einstieg ist ganz leicht. Die Eckdaten zur Praktikumsstelle, die bereits auf dem Titelblatt aufgelistet sind, werden hier ausformuliert. Das bedeutet eine kurze Beschreibung der Praktikumsstelle und des Berufsbildes, ergänzt mit kurzen Informationen zum Unternehmen und seinem Standort. Hier kann man sich kurzfassen, da es zu all diesen Punkten noch einmal eigene Kapitel gibt. Unbedingt die Einleitung gehört jedoch eine knackige Begründung, warum ausgerechnet die Entscheidung für dieses Berufsfeld und diesen Praktikumsplatz fiel. Wer vor dem Praktikum eine Bewerbung abschicken musste, hat diese Entscheidung sicher in seinem Anschreiben begründet. Das kann dann einfach in die Einleitung übernommen werden. An den Schluss der Einleitung gehören die Erwartungen, die vor dem Beginn des Praktikums bestanden.

Der Hauptteil

Ein Praktikumsbericht ist nicht so starr festgelegt wie eine Gedichtinterpretation oder eine Erörterung. Es ist durchaus möglich, seine Schwerpunkte individuell zu setzen und manche Teilaspekte ausführlicher als andere zu behandeln. Wenn die Struktur des Praktikums nicht von der betreuenden Lehrkraft festgelegt wurde, kann man Gewichtung und Unterkapitel nach den gemachten Erfahrungen selbst konzipieren. Es handelt sich beim Praktikumsbericht um eine Dokumentation, doch ist eine kritische Reflexion der Tätigkeit und des Alltags in der Arbeitswelt unabdingbarer Bestandteil. Daher muss der gesamte Ablauf zunächst festgehalten, danach detailliert ausformuliert und am Ende kritisch hinterfragt werden. Wenn erst am Ende des Praktikums damit begonnen wird, den Arbeitsalltag festzuhalten, sind kleine, aber durchaus wichtige Details schon aus dem Gedächtnis verschwunden. Um einen lebendigen und detaillierten Praktikumsbericht zu verfassen, ist es daher am besten, sich immer nach Arbeitsschluss alle relevanten Informationen und Vorkommnisse rund um den Tag zu notieren. Dabei geht es nicht nur um mechanische Abläufe und die Beschreibung der Tätigkeit. Auch zwischenmenschliche Eindrücke und Gefühle in Zusammenhang mit dem Beruf, dem Arbeitsplatz und den Kollegen gehören in einen Praktikumsbericht.

Informationen rund um den Betrieb

Der Hauptteil des Praktikumsberichts beginnt in der Regel mit der Vorstellung des Unternehmens oder des Betriebs. Hierzu gehört die Geschichte der Firma, die Anzahl der Mitarbeiter, hergestellte Produkte oder angebotene Dienstleistungen und unter Umständen auch das Alleinstellungsmerkmal der Firma. Diese Informationen können leicht von der Homepage des Unternehmens oder aus Flyern übernommen und umformuliert werden. Benannt werden sollten auch die unterschiedlichen Abteilungen und die innerbetriebliche Struktur.

Das Praktikum

Das nächste Kapitel widmet sich dem Praktikum an sich und kann in diverse Unterkapitel aufgeteilt werden. Hier kann der tägliche Arbeitsweg einen Platz finden. Außerdem sollte eine detaillierte Beschreibung des Arbeitsplatzes erfolgen. Danach werden die Tätigkeiten und Aufgaben, die während des Praktikums zu absolvieren waren, erläutert. Da später noch das Kapitel mit den einzelnen Tagesberichten kommt, sollte hier nicht zu sehr ins Detail gegangen werden. Wichtig ist es, zum Beispiel zu erwähnen, ob die Aufgaben bereits vor dem Beginn des Praktikums genau festgelegt wurden oder ob sich die Tätigkeiten immer im Kontext des Arbeitstages ergaben.

Die Vorstellung des Berufs

In den Bericht gehört auch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld, in das man für einen kurzen Zeitraum hineinschnuppern konnte. Hierbei handelt es sich vor allem um Hintergrundinformationen. Der Beruf an sich wird kurz erklärt, Hilfestellung kann sich im Internet geholt werden, wo auf verschiedenen Job- und Ausbildungsportalen die einzelnen Berufsbilder anschaulich erklärt sind. Fragen, die abgehandelt werden müssen sind der benötigte Schulabschluss und ob es weitere Voraussetzungen gibt, um diesen Beruf zu ergreifen. Das können bestimmte Fremdsprachenkenntnisse aber auch Dinge wie ein Gesundheitszeugnis sein. Ebenfalls sollte eine Auseinandersetzung mit der Arbeitsmarktsituation für Absolventen dieser Ausbildung erfolgen und auch auf Weiterbildungsmöglichkeiten und spätere Karriereoptionen hingewiesen werden. Bietet der Betrieb, in dem das Praktikum absolviert wurde, solche Fortbildungen und Schulungen an, gehört das ebenfalls in den Bericht.

Die Tagesberichte

Hier kommt es sehr darauf an, wie die einzelnen Tage im Betrieb strukturiert waren. Wenn jeden Tag dieselben Aufgaben zu absolvieren waren, können einige Beispiele exemplarisch ausgewählt und genau beschrieben werden. Gab es jeden Tag neue Aufgaben, empfiehlt es sich, für jeden Tag einen eigenes Unterkapitel anzufertigen. Manchmal muss jeder Tag dokumentiert werden, oft werden jedoch nur drei ausgewählte Tage verlangt. Dies richtet sich nach den Vorgaben der Lehrkraft. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der komplette Prozess ausführlich beschrieben wird. Das bedeutet, der Ablauf muss von der Aufgabenfindung bis zur Bewältigung erklärt werden. Zunächst muss erläutert werden, wie der Auftrag zustande kam. Handelte es sich um eine Arbeit, die zugeteilt wurde oder durfte der Praktikant sich jeweils aussuchen, welches Projekt an diesem Tag bearbeitet wird? Danach folgt die genaue Beschreibung der Aufgabe und die einzelnen Schritte, mit denen sie bearbeitet wurde. Der Weg zur Lösung muss in jedem Fall deutlich werden. Am Ende folgt eine abschließende Analyse und eine kurze Auswertung. Es können Diagramme oder Fotos beigelegt werden, die diese Aufgabe repräsentativ dokumentieren. Wichtig ist auch zu erwähnen, ob die betriebliche Betreuung Hilfestellung leistete oder der Praktikant sich weitestgehend selbst überlassen war.

Die Reflexion

Am Ende des Praktikumsbericht muss die Reflexion erfolgen, die oft auch Fazit genannt wird. Hier sollte sich der Kreis schließen und auf die Einleitung zurückgegriffen werden. Die Erwartungen an das Praktikum werden nun mit den Erlebnissen verglichen, die während dieser Zeit erfolgten. Möglicherweise fand das Praktikum in einem Berufsfeld statt, das schon seit vielen Jahren zum erklärten Traumjob gehörte. Vielleicht hatte man bisher aber auch überhaupt keine Vorstellung von der zukünftigen Tätigkeit gehabt und sich auf gut Glück für etwas “Vernünftiges” entschieden? Fragen, die hier beantwortet werden müssen, sind zum Beispiel: Haben sich die Erwartungen erfüllt? Entspricht das Berufsbild den Vorstellungen, die man sich vorher gemacht hatte? Ist der Beruf zu anspruchsvoll oder vielleicht sogar zu langweilig? Könnte man sich vorstellen, in diesem Tätigkeitsfeld Erfüllung zu finden? Welche Erlebnisse waren positiv während des Praktikums? Was hat überhaupt nicht gefallen? Gibt es der eigenen Meinung nach Dinge, die sich im Betrieb verbessern müssten, damit der Arbeitsalltag motivierender wird? Am Schluss der Reflexion steht eine Erklärung, welche Auswirkungen das Praktikum auf die weitere schulische Laufbahn hat oder ob sich daraus irgendwelche neuen Perspektiven ergeben haben. So könnte ein Praktikum beim Tierarzt dazu führen, dass man künftig einmal pro Woche im Tierheim aushelfen möchtet. Wer in einem technischen Beruf unterwegs war, entscheidet sich, mehr Energie in die zukünftige Mathenote zu investieren, damit die Chancen auf einen guten Ausbildungsplatz steigen. Auch ein Fazit, das den Wunsch zum Ausdruck bringt, lieber ein Studium statt einer Lehre zu absolvieren, ist möglich.

Die Quellenangaben

Wenn Sekundärliteratur, wie etwa eine Unternehmensbroschüre oder ein Berufslexikon benutzt wurden, gehört das in die Quellenangabe. Auch Fotos, die aus dem Internet heruntergeladen wurden, müssen mit einer Quellenangabe versehen sein.

Der Anhang

In den Anhang gehören eine Kopie des Praktikumszeugnis, eine Praktikumsbescheinigung der Schule, Fotos oder Kopien, die als Arbeitsprobe verwendet werden können und eine Erklärung, dass der Praktikumsbericht selbstständig verfasst wurde und keine weiteren Hilfsmittel als die angegebenen verwendet wurden. Diese Erklärung muss unterschrieben werden.

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