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Praktikumsbericht für die Hochschule

Prüfungen, Hausarbeiten und Mitarbeit – im Studium können deine Dozentinnen und Dozenten relativ einfach den Fortschritt der Studierenden kontrollieren. Wenn die jedoch in ein Unternehmen oder eine Organisation gehen, um praktische Erfahrungen zu sammeln, ist ein Praktikumsbericht ein willkommenes Mittel zur Leistungserhebung. Ein ausführlicher Praxisbericht hat jedoch auch für den Verfasser oder die Verfasserin nur Vorteile: Er ist eine Dokumentation der Erlebnisse, Erkenntnisse und Ergebnisse der praktischen Erfahrung, die später sehr nützlich sein können.


Was der Praktikumsbericht beinhalten sollte

Was gehört also alles in den Praktikumsbericht? Die Information, die jeder Praktikumsbericht beinhalten muss, ist natürlich die Angabe der Tätigkeiten: Welche Aufgaben wurden dem oder der Praktikant*in übertragen? Wie wurden diese Aufgaben bearbeitet und gelöst? Wie war der Praktikumsalltag? Davon ausgehend können verschiedene Ergänzungen wertvoll sein: Der oder die Verfassende kann das Verhältnis von Theorie und Praxis darstellen, neue Erkenntnisse und neues Wissen dokumentieren, die Arbeitsteilung innerhalb des Betriebes darstellen oder sogar anhand der neuen Kenntnisse Perspektiven aufschreiben, die sich für zukünftige wissenschaftliche Projekte ergeben. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, in welchem Fachbereich und Semester das Praktikum absolviert wurde.

Die Inhalte deines Praktikumsberichtes sind abhängig vom Studiengang und Praktikumscharakter. Für alle Studiengänge ist es wichtig darzustellen, an welchen Projekten gearbeitet wurde, welche Ziele verfolgt, Methoden angewendet und Resultate erreicht wurden. Vor allem in technischen, naturwissenschaftlichen und künstlerischen Studiengängen finden Praktika häufig in Laboren und Werkstätten statt, wo Ausstattung und Technik eine große Rolle spielen können. In Think Tanks, Kommunikationsabteilungen und anderen geistesbasierten Tätigkeiten sind Strategien, Programme und Arbeitsformate von großer Bedeutung.

Praktikumsbericht

Praktikumsbericht ©iStockphoto/AlexBrylov

Diese Art von Information bildet den Kern des Berichtes, aber auch andere Inhalte sind für Verfasser*in und Betreuer*in wichtig. Praktikumsberichte enthalten immer eine Bewertung der Erfahrung. Dabei kann Folgendes in Betracht gezogen werden: Die Bewertung der Arbeit beginnt mit den Erwartungen: Wieso wurde dieses Praktikum gewählt? Welche Aufgaben wollten übernommen werden? Und vor allem: Welche Kompetenzen sollten akquiriert, welches Wissen erlernt werden? Im nächsten Schritt werden diese Erwartungen mit der Realität verglichen. Häufig decken sich die Erwartungen nicht mit der Realität, die jedoch ganz unerwartete, aber durchaus positive Komponenten bereithält. Am Ende des Praktikums steht eine Bestandsaufnahme des Fortschritts der*s Praktikant*n.


Konstruktive Kritik und Administratives im Praktikumsbericht

Es ist wichtig zu beachten, dass Kritik angemessen und gut ist, aber immer konstruktiv sein muss. Positive Aspekte der Erfahrung werden hervorgehoben und sind auch ein Zeichen für die Lehrenden, dass eine positive Entwicklung stattgefunden hat. Negative Aspekte hingegen werden als Verbesserungsvorschläge und niemals als Beschwerde formuliert. Probleme sowie Differenzen zwischen dem Betrieb oder der Organisation und dem Praktikanten oder der Praktikantin sollten in einem persönlichen Gespräch geklärt werden und definitiv keinen Platz im Praktikumsbericht finden. In besonderen Fällen suchen die Studierenden zusätzlich das Gespräch mit einer Lehrkraft oder dem Career Center der Universität. Ein Praktikumsbericht sollte außerdem auf keinen Fall Interna behandeln, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Manchmal sollen Praktikumsberichte auch institutionelle Angaben enthalten, vor allem wenn der Bericht mit Seitenblick auf zukünftige Studierende verfasst werden und als Informationsquelle dienen soll. Dann sind administrative und organisatorische Informationen relevant, obwohl sie am Rande des Praktikums stehen: Wo wurde die Praktikumsstelle gefunden? Welche zeitliche Rahmen gab es für die Bewerbung und Einstellung? Wie waren die finanziellen Bedingungen? Vor allem die letzte Frage ist für viele Interessierte sehr wichtig. Praktikumserfahrungen gehen oft auch mit Stipendien und anderen Förderungsmöglichkeiten zusammen. Vor einem Praktikum sind das BAföG-Amt, die Versicherung und Krankenkasse häufig Anlaufstellen, die über das neue Beschäftigungsverhältnis informiert werden wollen. Das gilt vor allem dann, wenn die Studierenden für das Praktikum in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Land gehen.

Wie ist ein Praktikumsbericht aufgebaut?

Der Aufbau des Berichtes kann verschieden aussehen. Manchmal werden von der Universität, vom Lehrstuhl oder der einzelnen Lehrkraft spezielle Vorgaben gemacht, die im Hinblick auf Inhalt, Aufbau und Umfang eingehalten werden sollen. Vor dem Verfassen des Berichtes sollten sich die Studierenden informieren, ob das für sie zutrifft und während des gesamten Prozesses Notizen machen. Eine Möglichkeit den Bericht zu gestalten ist es, diese Notizen am Ende chronologisch in einen Bericht umzuwandeln und mit den zusätzlichen Informationen zu verdichten.

Natürlich kann der Praktikumsbericht auch anders gestaltet werden, wenn es keine speziellen Vorgaben gibt. Eine Abweichung von der chronologischen Darstellung kann einem besseren Überblick dienen. Wenn das Praktikum die Arbeit an verschiedenen Projekten gleichzeitig umfasst hat, kann es zum Beispiel die bessere Wahl sein, den Bericht in zwei Kapitel zu gliedern und die Projekte je einzeln zu beschreiben. So werden Verwirrungen vermieden, der Text ist leserfreundlich. Liegt den Praktikumsinhalten eine spezielle Theorie zugrunde, kann es ratsam sein, den Bericht auf Arbeitsschritte und Erkenntnisse entlang der Theorie zu strukturieren. Eine wohlkonzipierte Struktur des Praktikumsberichts zeigt schon beim Blick auf die Gliederung, dass sich der oder die Studierende mit der Erfahrung auseinandergesetzt und darüber reflektiert hat.

Zu jedem Praktikumsbericht gehört natürlich auch ein Deckblatt. Es sollte die üblichen Angaben, des Verfassenden enthalten, Name, Anschrift, Matrikelnummer und Studiengang, ebenso wie den Namen und die Adresse des Unternehmens. Auch der oder die Betreuende wird namentlich mit Titel und Angabe des Lehrstuhl, der Fakultät, des Fachbereiches oder ähnlichem genannt. Natürlich taucht auch der Name der Universität auf, aber Achtung! Obwohl die Versuchung groß ist und viele Studierende es tun: Auf einem Praktikumsbericht hat das offizielle Logo der Universität ebenso wenig zu suchen, wie auf der Haus-, Bachelor-, Masterarbeit oder Präsentation. In der Regel unterliegt die Benutzung des offiziellen Logos strengen Gestaltungsvorgaben und ist universitären Einrichtungen vorbehalten.

Wie bei wissenschaftlichen Arbeiten gilt, dass Zitate, Grafiken, Bilder und ähnliches eindeutig als solche gekennzeichnet werden müssen und auf die Quellen in einheitlicher Zitierweise verwiesen werden muss. Das ist zum Beispiel dort von Relevanz, wo theoretische Grundlagen an Berichte geknüpft werden. Information, die aus Gesprächen mit Kolleg*innen und Vorgesetzten gesammelt wurde, sollte mit Namen und Position gekennzeichnet werden. Die genaue Handhabung sollte bei Bedarf mit dem Betrieb besprochen werden. Wer zitiert und Bilder oder Grafiken verwendet, hängt dem Dokument das entsprechende Verzeichnis an. Es kann außerdem sein, dass auch für den Praktikumsbericht eine Selbstständigkeitserklärung von Seiten der Lehrenden erwartet wird.

Das Verfassen des Praktikumsberichts zahlt sich aus

Reflexionsgespräche mit der Praktikumsstelle sind in vielen Betreiben und Institutionen die Regel und eine sehr gute Gelegenheit Anregungen für den Bericht zu finden. Es bietet sich deshalb an, sich bereits vor dem letzten Gespräch mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Die Vorgesetzten finden eventuell noch spannende Anknüpfungspunkte, die den Bericht aufwerten. Außerdem zeigt der oder die Praktikant*in mit der reflektierten Arbeitsweise Engagement und kann Pluspunkte sammeln, die sich im Zeugnis widerspiegeln.

Ein*e Praktikant*in kann und soll keine bahnbrechenden neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse liefern, sondern praktische Erfahrungen sammeln. Einen guten Praktikumsbericht schreibt nicht, wer versucht, große Erfolge im Unternehmen für sich zu beanspruchen oder sich als frisch gebackene*r Expert*in verkauft. Ein guter Praktikumsbericht zeigt die persönliche Entwicklung des Studierenden. Punkten kann, wer neu gewonnene Erkenntnisse aufzeigt und einen Bezug zwischen der universitären Theorie und betrieblichen Praxis herstellt. Ernsthaftes Interesse an Materie und Methode sollten klar dargestellt werden.

Den Studierenden mag das Verfassen des Praktikumsberichts oft als formelles Beiwerk zu ernsthafter Arbeit und herausfordernden Aufgaben im Praktikum erscheinen. Es sollte jedoch als eigenständige Leistung betrachtet und gewissenhaft durchgeführt werden. Für die Lehrkraft ist der Praktikumsbericht die knappe, aber aussagekräftige Abbildung dessen, was über Wochen und Monate geleistet wurde und bildet oft die Grundlage für die einzelne Note eines ganzen Lehrmoduls. Und auch für die Studierenden kann der Praktikumsbericht ein Dokument sein, dass sie bei späteren Praktika und Jobs zu Rate ziehen können, denn in der Praktikumszeit werden oft in kurzem Zeitraum sehr viele neue Dinge gelernt. Die erlebnisreiche, aufregende Zeit, lässt Fakten und Methoden in der Retrospektive aber verschwimmen.

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