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Wie bewerbe ich mich für ein Praktikum?

Ein Praktikum kann ein wichtiger Türöffner sein, wenn es um die eigene Karriere geht: Vor allem junge Menschen nehmen diese Möglichkeit wahr, in ein Unternehmen hineinzuschnuppern, um herausfinden, ob die gewählte Branche zu ihnen passt. Namhafte, große Konzerne zählen zu den attraktivsten Arbeitgebern, doch auch kleinere Firmen mit einem guten Ruf können ein großer Gewinn für den Lebenslauf sein. Doch ehe es so weit ist, muss erst einmal eine Hürde überwunden werden: Die Bewerbung ist die bedeutendste Visitenkarte eines Interessenten und sollte daher sorgfältig vorbereitet werden. Schließlich möchte man sich und seine Fähigkeiten so ansprechend wie möglich verkaufen, um eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten.


Das Praktikum als wichtiger Start ins Berufsleben

Nicht nur junge Leute bewerben sich für ein Praktikum: Auch Personen mit Berufserfahrung können auf diese Weise als Quereinsteiger einen Einblick in eine bisher fremde Branche erhalten. Noch immer werden Praktika in der heutigen Zeit häufig kritisiert. Von Unterbezahlung bis hin zu Ausbeutung gibt es viele negative Meinungen darüber, doch von diesen sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Es gibt kaum einen besseren Start ins Berufsleben – vor allem dann, wenn man später eine Stelle in einem angesehenen Unternehmen angeboten bekommen möchte. Natürlich gibt es aber Unterschiede zwischen den verschiedenen Praktika, denn noch immer arbeiten viele Praktikanten bei geringer Bezahlung oder sogar vollkommen ohne Entgelt. Doch es gibt auch Firmen, die ein angemessenes Gehalt bezahlen. Dies sollte im Vorfeld geklärt werden – vor allem, wenn man seinen Lebensunterhalt alleine bestreiten muss.

Praktikum

Praktikum ©iStockphoto/DeanDrobot

Der prinzipielle Ablauf bei der Praktikumsbewerbung ist allerdings derselbe wie bei der Bewerbung auf einen Arbeitsplatz: Zunächst recherchiert man nach interessanten Unternehmen, informiert sich dann darüber und schreibt schließlich eine individuelle Bewerbung.

Unterschiede zeigen sich erst bei den Details, denn ein Anschreiben für ein Praktikum wird selbstverständlich völlig anders aufgebaut und formuliert. Bei einer Bewerbung für ein Praktikum können somit auch Aspekte angesprochen werden, die in einem regulären Anschreiben nichts zu suchen hätten. Ein guter Tipp: Versetzen Sie sich beim Verfassen des Anschreibens in die Lage des Lesers. Insbesondere große Firmen vergeben häufig mehrere Praktikumsplätze in verschiedenen Abteilungen. Zeigen Sie daher Zielstrebigkeit und bewerben Sie sich nicht auf ein beliebiges Praktikum. Schreiben Sie genau, in welchem Bereich Sie ein Praktikum absolvieren möchten und warum. Damit haben Sie bereits einen wichtigen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern.


So recherchieren Sie richtig nach passenden Unternehmen für ein Praktikum

Ehe Sie mit der Suche nach einer passenden Praktikumsstelle suchen, sollten erst einige Fragen geklärt sein. Machen Sie sich darüber Gedanken, was Sie sich in erster Linie davon versprechen: Möchten Sie einen Fuß in die Tür eines wichtigen Unternehmens bekommen? Wünschen Sie sich Einblicke in eine neue Branche? Oder streben Sie eine feste Übernahme nach Ende des Praktikums an? All diese Fragen sind wichtig, um das richtige Unternehmen auszuwählen und eine dazu passende Bewerbung schreiben zu können.

Wenn Sie ein Studium abgeschlossen haben, können Sie mehr Fähigkeiten bieten als ein Abiturient, das versteht sich von selbst. Dementsprechend sollte auch die Bezahlung entsprechend angepasst werden. Als Student oder Schüler muss jedoch damit gerechnet werden, eine geringe oder sogar überhaupt keine Bezahlung für seine Leistung zu erhalten. Wem es die Erfahrung in einer renommierten Firma allerdings wert ist, der sollte nicht zögern, sofern er einen Praktikumsplatz angeboten bekommt – er kann viele Türen öffnen.

Tipps für das richtige Anschreiben beim Praktikum

Wenn ein passendes Unternehmen gefunden ist, folgt der aufwändigste Teil der Bewerbung: Das Verfassen des Anschreibens. Ein Vorteil: Wer sich als Praktikant bewirbt, muss nicht mit umfassenden Fähigkeiten in der Branche punkten. Sicherlich ist etwas Erfahrung von Vorteil, doch die meisten Menschen absolvieren ein Praktikum, um in einen neuen Bereich hineinschnuppern zu können. Daher kommt es mehr auf die Formulierung, die Motivation und auf den Inhalt an. Besonders wichtig: Machen Sie in eigenen Worten möglichst deutlich, warum Sie genau diesen Praktikumsplatz haben möchten und warum Sie sich für dieses Unternehmen entschieden haben. Allgemeine Floskeln sind jedem guten Personaler bekannt und werden meist sehr schnell enttarnt. Seien Sie also kreativ und nehmen Sie sich Zeit für das Anschreiben.

Achten Sie außerdem auf etwaige Anforderungen, sofern Sie sich auf einen ausgeschriebenen Praktikumsplatz bewerben: Wird ein Führerschein vorausgesetzt oder muss der Praktikant fließend Englisch sprechen können? Diese Kriterien sollten abgedeckt sein – es sei denn, die Formulierung in der Ausschreibung lautet „wünschenswert wäre…“ oder Ähnliches. Letztendlich gilt: Mit einem Versuch verlieren Sie nichts. Sollten Sie Zweifel an Ihren Chancen hegen, probieren Sie es trotzdem – vielleicht werden Sie ja positiv überrascht!

Punkten können Sie natürlich, wenn Sie bereits relevante Erfahrungen mitbringen, die dem Unternehmen während des Praktikums nützlich sein können. Haben Sie bereits ein ähnliches Praktikum absolviert, haben Fachkenntnisse oder besondere Fähigkeiten, dann zögern Sie nicht, diese auch zu erwähnen – jede Firma wird davon profitieren.

Formelle Aspekte beim Verfassen der Bewerbung – so gehen Sie richtig vor

Aus formeller Sicht ist eine Bewerbung auf ein Praktikum nicht unbedingt anders als jede andere Bewerbung: Sie setzt sich aus einem Anschreiben, dem Lebenslauf, Zeugnissen und eventuellen Arbeitszeugnissen oder Zertifikaten über relevante Fähigkeiten. Weiterhin ist es wichtig, darauf zu achten, dass die gesamte Bewerbung in einem einheitlichen Stil gehalten ist. Dieselbe Schriftart und -größe, ein einheitliches schlichtes Farbdesign und eine ordentliche Mappe – so punktet man bei Personalern am ehesten. Nehmen Sie sich nach der Fertigstellung aller Unterlagen Zeit, um diese noch einmal aufmerksam zu lesen und auf Fehler zu prüfen. Finden Sie Rechtschreib- oder Grammatikfehler, bessern Sie diese unbedingt aus, denn Sorgfalt zahlt sich aus.

So verläuft ein Vorstellungsgespräch für das Praktikum erfolgreich

Die größte Hürde ist geschafft: Man konnte mit seiner Bewerbung überzeugen und wurde zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – ein Grund, stolz auf sich zu sein. Allerdings ist damit noch nichts gewonnen, denn auch im persönlichen Gespräch muss der Bewerber überzeugen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn es sich um eine ausgeschriebene Stelle handelt, denn dann ist die Konkurrenz in der Regel deutlich größer.

Der wohl älteste, aber noch immer wertvollste Tipp ist, sich nicht zu verstellen. Seien Sie Sie selbst und bleiben Sie authentisch. Lernen Sie keine Phasen oder Standard-Antworten auswendig, sondern formulieren Sie sich im Gespräch immer mit eigenen Worten. Der grobe Ablauf ist auch bei einem Gespräch für ein Praktikum nicht unbedingt anders als bei einer Bewerbung für eine feste Stelle: In der Regel wird der Bewerber gefragt, ob er etwas trinken möchte und erhält danach wichtige Informationen über das Unternehmen und seine Tätigkeiten. Danach bekommt er Zeit, um sich selbst vorzustellen und seinen Werdegang zu erzählen. Bereiten Sie sich am besten schon im Voraus auf entsprechende Fragen vor, die dazu gestellt werden können. Natürlich möchte ein Personaler herausfinden, was für ein Mensch Sie sind – doch viel wichtiger ist für ihn, ob Sie für das Praktikum überhaupt geeignet sind.

Das Outfit spielt beim Vorstellungsgespräch ebenfalls eine entscheidende Rolle. Anzug und Krawatte muss aber keinesfalls sein, wenn man sich nicht gerade in einer Bank bewirbt. In Agenturen und Dienstleistungsunternehmen genügen eine ordentliche Stoffhose, gepflegte Lederschuhe und ein edles Hemd, das durch ein Sakko ergänzt werden kann. Für Damen muss es ebenfalls kein Kostüm oder Hosenanzug sein: Eine schicke Hose, Schuhe mit leichtem Absatz und eine elegante Bluse reichen völlig aus. Achten Sie darauf, sich in Ihrer Kleidung wohl zu fühlen, denn dies strahlen Sie auch aus. Daher ist es besser, sich nicht unmittelbar vor dem Vorstellungsgespräch neue Kleidung zu kaufen, sondern etwas zu tragen, mit dem man vertraut ist.

Ein Klassiker ist selbstverständlich auch die Frage, wie gut man sich selbst über das Unternehmen informiert hat. Nehmen Sie sich deshalb vor dem Gespräch etwas Zeit, um die grobe Struktur der Firma kennenzulernen. Keine Sorge, Sie müssen nicht alle Namen und Positionen der Mitarbeiter kennen – es reicht, wenn Sie etwas über die Historie, Standorte, wichtige Zahlen, Tätigkeiten und eventuelle Partner Bescheid wissen. Wird diese Frage gestellt, möchten Personaler prüfen, ob der Bewerber sich wirklich für das Unternehmen an sich interessiert oder einfach nur irgendein Praktikum in einem beliebigen Betrieb absolvieren möchte.

Fragen können außerdem zum Lebenslauf und zur eigenen Person gestellt werden. Seien Sie dabei stets ehrlich und tragen Sie alles wahrheitsgemäß in Ihren Lebenslauf ein. Falsche Angaben können hier schnell das Aus bedeuten – vor allem dann, wenn Nachweise oder Unterlagen für eine bestimmte Tätigkeit in der Vergangenheit gefordert werden.
Übrigens: Die meisten Personaler schätzen es, wenn ein Bewerber etwas aus der Reihe fällt. Haben Sie einige Zeit im Ausland gelebt, sprechen Sie mehrere Sprachen oder engagieren Sie sich in Ihrer Freizeit ehrenamtlich? Dies sollte auch im Lebenslauf nicht fehlen, denn damit stechen Sie hervor und machen sich selbst zu einem Unikat, das in Erinnerung bleibt.

In den meisten Vorstellungsgesprächen wird man nach den eigenen Stärken und Schwächen gefragt. Hier hat man die Chance, mit Ehrlichkeit und einer Prise Humor zu punkten. Sagen Sie also ruhig, wenn Sie hin und wieder etwas ungeduldig sind, aber erzählen Sie gerne auch von Ihrer großen Neugierde, Ihrer Kreativität und Ihrem Perfektionismus – ein cleverer „Nachteil“, der von Personalern häufig als Vorteil gesehen wird.

Zu guter Letzt gilt: Seien Sie pünktlich oder sogar etwas früher als nötig da. Wer bereits zum ersten Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, mindert seine Chancen auf eine Zusage beträchtlich. Rechnen Sie außerdem mit unvorhersehbaren Überraschungen: Sollte die Bahn streiken, der Bus im Stau stehen oder muss man sich erst noch auf einem riesigen Firmengelände zurechtfinden, vergehen viele kostbare Minuten. Am besten kalkulieren Sie eine halbe Stunde als Puffer sein, die Sie vor Ort noch nutzen können, um sich etwas mit der Umgebung vertraut zu machen.

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