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Wann sollte ich ein Praktikum machen?

Praktika – der passende Weg für den beruflichen Einstieg

Es gibt viele Gründe, die für ein Praktikum sprechen. Sowohl vor dem Studium, als auch vor einer eventuellen Berufsausbildung kann es von Vorteil sein, erste Einblicke in das gewünschte Berufsfeld zu kriegen und entscheiden zu können, ob man damit auch auf längere Sicht zufrieden ist. Gleichzeitig lassen sich natürlich bereits erste Vorkenntnisse gewinnen, die im Verlauf der Ausbildung bzw. des Studiums von großem Nutzen sein können. Aber auch im Studium selbst sind Praktika oft notwendig, um neben den theoretischen Inhalten auch ein fundiertes Praxiswissen zu erhalten.


Praktika vor dem Studium

Während es im Studium selbst meist eher etwas komplizierter ist, nebenher ein Praktikum zu absolvieren, eignet sich der Zeitraum im Vorfeld optimal. Einerseits gewinnt man so bereits erste Einblicke in das Berufsfeld und kann sich so sicherer sein, tatsächlich den richtigen Studiengang für die eigenen Interessen und Fähigkeiten zu besuchen, andererseits erhält man auch schon Grundkenntnisse aus dem beruflichen Alltag, welche im Studium selbst durchaus von Vorteil sein können. Oftmals hilft dies den Studierenden dabei, die richtige Entscheidung bereits vor Beginn des Studiums zu treffen und vermindert die Gefahr eines Studienabbruchs, weil man im Nachgang feststellt, dass es doch nicht so ganz das Richtige ist. Gleichzeitig bietet ein Praktikum vor dem Studium natürlich eine große Vielfalt an Möglichkeiten: Man kann sich wahlweise mit einem bestimmten Fachgebiet beschäftigen, für das man sich auch im Rahmen des Studiums interessiert oder aber auch eine Vielfalt von Abteilungen und Berufsfeldern durchlaufen, um für sich selbst den idealen Job zu finden. Mit den so erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten lässt es sich im Nachgang deutlich leichter studieren – und auch das Gefühl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, kann durchaus beim Studium eine große Hilfe sein.

Praktikumsteilnehmer

Praktikumsteilnehmer ©iStockphoto/Goodluz

Ein Praktikum vor der Ausbildung

Auch vor einer Ausbildung bietet sich ein Praktikum natürlich an. Viele Betriebe erwarten sogar, dass künftige Abzubis im Vorfeld ein Praktikum absolvieren – einerseits, um deren Fähigkeiten auch im beruflichen Alltag testen zu können, statt nur einen ersten Einblick beim Bewerbungsgespräch zu erhalten, andererseits auch um auf Nummer sicher zu gehen, dass der Beruf dem Azubi tatsächlich liegt und dieser nicht plötzlich die Ausbildung abbricht. Neben dem Beruf profitiert natürlich auch der Auszubildende von dem ersten Einblick. Man lernt bereits das Unternehmen und künftige Kollegen kennen, weiß welche Aufgabengebiete einen erwarten und erfährt schnell, ob der Beruf der persönlichen Eignung entspricht.

Praktisch ist es jedoch auch dann, wenn man noch keine feste Ausbildungsstelle hat und sich allgemein nicht darüber im Klaren ist, welche berufliche Richtung man einschlagen möchte. Die meisten Betriebe sind mit kurzzeitigen Praktika einverstanden, da auch sie von der kostenlosen Arbeitskraft profitieren – das bietet die ideale Möglichkeit, in die verschiedensten Berufe „reinzuschnuppern“ und Erfahrungen im Arbeitsalltag zu sammeln. Insbesondere, wenn man gerade seinen Schulabschluss erhalten hat und noch nicht sicher weiß, was man sich für die Zukunft wünscht, ist das ein toller Weg um Erfahrungen zu sammeln und seine eigenen Pläne zu definieren. Ein weiterer Vorteil: auf Wunsch kann man sich für die absolvierte Zeit eine Praktikumsbescheinigung oder ein Praktikumszeugnis ausstellen lassen, das bei zukünftigen Bewerbungen von Vorteil sein kann und erste Rückschlüsse auf die eigene, erbrachte Leistung gewährt. Gleichzeitig erfährt man so auch schnell, wo die eigenen Schwachstellen liegen und kann unter Umständen so besser an diesen arbeiten, als es im Rahmen einer Ausbildung oder Beschäftigung der Fall wäre.


Praktika im Rahmen des Studiums

Ebenso empfehlenswert ist natürlich ein Praktikum im Rahmen des Studiums. In vielen Bereichen gehört dies sogar zu den Pflichtaufgaben eines Studenten, in den wenigsten Studiengängen kommt man ohne ein drei- bis sechsmonatiges Pflichtpraktikum aus. Aber auch freiwillig absolvierte Praktika können helfen, das Fachwissen zu verbessern und sich die Lehreinheiten im Studium selbst etwas zu vereinfachen. Der dafür passende Zeitraum ist aber, sofern es sich nicht um ein verpflichtendes Praktikum handelt, nicht ganz einfach zu finden. Optimalerweise sollte man dies ungefähr nach dem zweiten Semester angehen, da man dort bereits über ausreichend theoretisches Wissen verfügt, um einem Arbeitgeber auch von Nutzen zu sein. Gleichzeitig muss dafür natürlich im Rahmen des Studiums die notwendige Zeit vorhanden sein – nicht immer lässt sich beides miteinander kombinieren. Alternativ wählen viele Studenten daher den Zeitraum zwischen Bachelor und Master oder das Korrektursemester, in dem die Bachelorarbeit korrigiert wird.

Wem ein einfaches Praktikum nicht genug ist, der kann auch zu Auslandspraktika greifen. Dabei lernt man nicht nur das notwendige Fachwissen, sondern kann sich auch in einer Fremdsprache weiterbilden. Allerdings sollte man hier zumindest über Grundkenntnisse der Sprache bereits im Vorfeld verfügen, damit es nicht zu Kommunikationsproblemen und ggf. Missverständnissen kommt. Hier sollte man jedoch auch die dafür anfallenden Kosten einkalkulieren, wie Unterkunft, Hin- und Rückreise und vieles mehr.

Praktika nach dem Studium

Grundsätzlich gilt: Es ist immer empfehlenswerter, ein Praktikum bereits während des Studiums zu absolvieren. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Studium gilt man in den meisten Fällen bereits als hochqualifiziert und sollte sich daher lieber auf eine richtige Jobsuche begeben, als sich mit einem Praktikum zu begnügen. Auch die Außenwirkung sollte man dabei mit einkalkulieren, denn eventuelle Arbeitgeber könnten sich fragen, warum man sich im Anschluss erst für ein Praktikum entschieden hat, statt sich direkt dem Berufsalltag zu widmen – das legt entweder fachliche Defizite nahe oder wirkt wenig selbstbewusst. Außerdem könnte man sich fragen, warum sich nach dem Praktikum keine Festanstellung ergeben hat – unter Umständen wird davon ausgegangen, man wäre nicht qualifiziert genug.

Praktikum zur Überbrückung

Viele Praktikanten greifen im Rahmen einer beruflichen Überbrückung zu einem Praktikum. Wenn nach dem Studium nicht umgehend eine Festanstellung folgt, taucht eine unangenehme Lücke im Lebenslauf auf. Um eine solche Lücke zu vermeiden, bieten sich jedoch andere Modelle deutlich besser an und bringen meist auch eine bessere Bezahlung mit sich. Hier kommen zum Beispiel eine freie Mitarbeit, studiennahe Jobs in einem ähnlichen Bereich oder Werk- bzw. Honorarverträge in Frage.

Anders sieht es dagegen vor dem Start eines Studiums oder einer Ausbildung aus. Um hier eine Lücke im Lebenslauf zu vermeiden, kann man durchaus ein Praktikum in Erwägung ziehen – zumal es gleichzeitig auf den beruflichen Alltag vorbereiten kann. Gleichzeitig zeigt diese Form der Initiative künftigen Arbeitgebern sofort, dass man durchaus ein Interesse am Arbeiten hat und hochmotiviert ist.

Durch ein Praktikum zur Festanstellung

Viele gerade ausgelernte Azubis oder Studenten erwägen ein Praktikum als idealen Berufseinstieg. Statistisch betrachtet ist das jedoch eher unrealistisch: das Institut für empirische Sozialökonomie hat festgestellt, dass nur jeder fünfte Praktikant mit dem Ziel einer anschließenden Festanstellung eine solche auch bekam. Auch sollte man einkalkulieren, dass viele Firmen ausgelernte Fachkräfte bereitwillig als Praktikanten einstellen, um keine festen Mitarbeiter einstellen zu müssen und somit bares Geld zu sparen. Sollte man sich also dennoch zu einem Praktikum entscheiden, empfiehlt es sich, sich nur auf bezahlte Praktika einzulassen. Alternativ stehen verschiedene Organisationen zur Verfügung, bei denen sich über Arbeitgeber erste Informationen einholen lassen, wenn diese ein Praktikum zur Verfügung stellen – so erfährt man schnell, ob es sich um einen Ausbeute-Betrieb handelt oder ob es die Grundlage für eine ernsthafte Karriere werden kann. Generell lässt sich jedoch sagen, dass nach einem erfolgreichen Abschluss nicht immer sofort ein Job finden lässt – eine entsprechende Lücke im Lebenslauf werfen die meisten Arbeitgeber auch niemandem vor.

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